50 Jahre Rotpunkt: Die Bergwelt wird zur Galerie
Fotoausstellung einer fränkischen Künstlerin
30. November 2025 bis 12. Januar 2026


Der legendäre Rotpunkt. Foto: D. Dygas
1970er Jahre. In den idyllischen fränkischen Wäldern, auf den Felsen des Frankenjura, tauchten plötzlich dicke, unverschämte rote Punkte auf. Sie wurden von einer Gruppe freigeistiger Menschen gemalt: Kletterern, die beschlossen hatten, Felsen nur mit ihrer eigenen Kraft zu erklimmen, sich beim Freiklettern mit dem Felsen anzufreunden, anstatt ihn mit technischen Hilfsmitteln zu bekämpfen.
2020er Jahre. Wenn man eine Kletterroute für sich beanspruchen will, klettert man sie von unten nach oben, ohne Stürze, ohne Hilfsmittel. Das ist selbstverständlich. Niemand malt mehr rote Kreise am Anfang der Routen. Das ist nicht mehr nötig. Rotpunkt-Klettern ist keine Avantgarde mehr, es ist zum Standard geworden und hat die Spielregeln definiert.
Dazwischen liegen 50 Jahre Geschichte.
50RP ist ein Fotoprojekt, das mit 50 Bildern und einer Reihe zeitloser Geschichten aus der Geschichte des Freikletterns erzählen möchte.

Das Projekt
Mit dem Fotoprojekt „50RP“ erinnern Daga Dygas und Marek Iwanski an die nun fast 50-jährige Geschichte des Rotpunktkletterns. Sie fotografieren Begehungen „klassischer“ Routen, bei denen Kleidung und zum Teil auch Material aus der Zeit der jeweiligen Erstbegehung verwendet wird.
Die 50 Fotos umfassen Routen aus den 70er, 80er, 90er und 2000er Jahren.
Die Geschichte
1975 malte Kurt Albert einen farbigen Punkt neben den Einstieg des zuvor frei gekletterten Adolf Rott Gedenkwegs. Dieser Punkt markierte nicht nur die Route, sondern auch einen wichtigen Augenblick in der Geschichte des Kletterns: Seitdem gilt eine Route als auf Rotpunkt geklettert, wenn sie „ohne Belastung der Sicherungskette“ durchgestiegen wurde (mehr Infos).
Zwar war dieser Begehungsstil bereits vorher bekannt, aber dank Kurt Albert, Reiner Pickl und anderen wurde er anerkannt und populärer. Dies hat entschieden zur Entwicklung des Sportkletterns – und zu vorher ungeahnten Leistungssteigerungen – beigetragen.









